„Sicher bezahlen“ auf Kleinanzeigen: So funktioniert es
Von der KAcheck-Redaktion · Aktualisiert am · 4 Min. Lesezeit
Kurz gesagt: Bei „Sicher bezahlen“ zahlt der Käufer über die Kleinanzeigen-App, das Geld wird vom Zahlungsdienstleister Adyen treuhänderisch verwahrt und erst an den Verkäufer ausgezahlt, wenn der Käufer den Erhalt bestätigt oder zehn Tage nach dem Versand vergangen sind. Der Käufer zahlt eine Gebühr, für Verkäufer ist es kostenlos. Der gesamte Ablauf findet in der App statt, nie über Links, QR-Codes oder E-Mails.
„Sicher bezahlen“ ist das eigene Bezahlsystem von Kleinanzeigen. Es soll das größte Problem beim Versand zwischen Privatleuten lösen: Einer muss dem anderen vertrauen. Entweder zahlt der Käufer vorab und hofft, dass etwas ankommt, oder der Verkäufer verschickt und hofft, dass Geld kommt. Mit „Sicher bezahlen“ muss keiner von beiden in Vorleistung gehen, weil das Geld zwischendurch bei einem Dritten liegt.
Weil der Name so vertrauenswürdig klingt, nutzen Betrüger ihn allerdings auch gern für Fälschungen. Umso wichtiger ist es, zu wissen, wie das echte Verfahren abläuft. Die folgenden Angaben stammen aus der Kleinanzeigen-Hilfe, Stand September 2026. Gebühren und Details können sich ändern, maßgeblich ist die Hilfe der Plattform.
Das Prinzip in einem Satz
Der Käufer bezahlt über die App, das Geld wird treuhänderisch verwahrt, der Verkäufer verschickt, und erst wenn der Käufer den Erhalt bestätigt, bekommt der Verkäufer sein Geld.
Die Verwahrung übernimmt nach Angaben von Kleinanzeigen der Zahlungsdienstleister Adyen, der von der niederländischen Zentralbank lizenziert ist. Kleinanzeigen selbst entscheidet, wenn es ein Problem gibt, etwa wenn ein Paket nicht ankommt.
So läuft ein Kauf ab
Du findest eine Anzeige, bei der „Sicher bezahlen“ angeboten wird, und startest den Kauf direkt in der Anzeige oder im Chat mit dem Verkäufer. Du bezahlst in der App oder auf der Website von Kleinanzeigen. Danach verschickt der Verkäufer den Artikel.
Kommt das Paket an und alles ist in Ordnung, bestätigst du den Erhalt in der App. Erst dann wird das Geld an den Verkäufer ausgezahlt. Stimmt etwas nicht, meldest du das Problem, bevor du bestätigst. Die Auszahlung wird dann angehalten, bis der Fall geklärt ist.
Laut Kleinanzeigen deckt der Käuferschutz unter anderem ab, dass ein Artikel nicht versendet wurde, dass er erheblich von der Beschreibung abweicht, dass es sich um eine Fälschung handelt oder dass ein falscher oder unvollständiger Artikel geliefert wurde.
So läuft ein Verkauf ab
Als Verkäufer hinterlegst du deine IBAN, wenn du die Anzeige mit „Sicher bezahlen“ aufgibst. Der Zahlungsdienstleister prüft aus gesetzlichen Gründen deine Identität und das Auszahlungskonto. Das ist ein normaler Schritt innerhalb der App oder Website und läuft nie über einen Link, den dir ein Käufer schickt.
Hat der Käufer bezahlt, verschickst du den Artikel mit Sendungsverfolgung. Bestätigt der Käufer den Erhalt, wird die Auszahlung angestoßen. Reagiert er nicht, schließt Kleinanzeigen die Transaktion laut Hilfe automatisch ab, wenn zehn Tage seit dem Versand vergangen sind. Bis das Geld auf deinem Bankkonto ist, dauert es danach in der Regel etwa ein bis drei Werktage.
Was es kostet
Für Verkäufer ist „Sicher bezahlen“ kostenlos. Der Käufer zahlt eine Gebühr, die sich nach dem Kaufpreis richtet. Laut Kleinanzeigen-Hilfe sind das derzeit 0,50 Euro plus 4,5 Prozent des Kaufpreises. Die Versandkosten trägt ebenfalls der Käufer.
Bei einem Artikel für 100 Euro sind das also 5 Euro Gebühr plus Versand. Das ist mehr als bei einer Überweisung, aber es ist der Preis dafür, dass du im Ernstfall nicht auf dem Schaden sitzen bleibst.
Was „Sicher bezahlen“ nicht ist
„Sicher bezahlen“ ist für den Versand innerhalb Deutschlands gedacht. Für eine persönliche Übergabe ist es nicht vorgesehen. Wer abholt, zahlt vor Ort bar oder per Überweisung, nachdem er die Ware gesehen hat.
Und vor allem: „Sicher bezahlen“ findet vollständig in der Kleinanzeigen-App oder auf kleinanzeigen.de statt. Laut Kleinanzeigen läuft der gesamte Ablauf im Nachrichtenverlauf der App. Die Plattform verschickt keine Zahlungsaufforderungen per QR-Code, SMS oder E-Mail und droht nicht mit Kontosperrungen oder Fristen.
Die gefälschte Version erkennen
Betrüger kopieren den Namen und das Aussehen von „Sicher bezahlen“, um Menschen auf gefälschte Seiten zu locken. Die Fälschungen haben immer eines gemeinsam: Sie kommen von außen. Ein Link im Chat, ein QR-Code, eine E-Mail mit einer Anleitung oder eine Nachricht auf WhatsApp.
Käufer bekommen einen Link, über den sie angeblich sicher bezahlen sollen. Verkäufer bekommen einen Link oder Code, über den sie ihr Geld angeblich empfangen oder freischalten sollen, oft mit der Aufforderung, Kartendaten einzugeben. Beides gibt es beim echten Verfahren nicht.
Wie die Fälschungen im Detail aussehen, beschreiben die Ratgeber zu gefälschten „Sicher bezahlen“-Seiten, zum Fake-Zahlungslink für Verkäufer und zum QR-Code-Betrug.
Warum Verkäufer „Sicher bezahlen“ manchmal ablehnen
Manche Verkäufer möchten „Sicher bezahlen“ nicht nutzen, weil sie länger auf ihr Geld warten oder den Ablauf nicht kennen. Das ist nicht automatisch verdächtig. Wenn ein Verkäufer aber Versand anbietet, „Sicher bezahlen“ ablehnt und stattdessen auf einer Überweisung vorab oder auf PayPal „Freunde & Familie“ besteht, fehlt dir jeder Schutz. Eine Ausrede wie „mein Konto ist noch nicht freigeschaltet“ kommt in Betrugsfällen sehr häufig vor. Mehr dazu im Ratgeber zum Vorkasse-Betrug.
Bewertungen entstehen durch „Sicher bezahlen“
Ein Nebeneffekt, den viele nicht kennen: Die Zufriedenheitsbewertung in Kleinanzeigen-Profilen beruht laut Kleinanzeigen-Hilfe auf abgeschlossenen Käufen mit „Sicher bezahlen“. Wer häufig so verkauft, sammelt also Bewertungen, die anderen bei der Einschätzung helfen. Wie du ein Profil insgesamt liest, steht im Ratgeber Verkäufer prüfen.
Was KAcheck prüft
KAcheck unterscheidet zwischen dem echten Verfahren und seinen Fälschungen. Links, QR-Codes oder Anleitungen, die angeblich zu „Sicher bezahlen“ gehören, aber von außerhalb der App kommen, markieren wir als schweres Warnsignal.
Daran erkennst du eine Fälschung
- Link oder QR-Code zu „Sicher bezahlen“ von einem anderen Nutzer
- Anleitung per E-Mail, SMS oder WhatsApp
- Du sollst Kartendaten eingeben, um Geld zu empfangen
- Drohung mit Frist oder Kontosperrung
So nutzt du „Sicher bezahlen“ richtig
- Kauf direkt in der Anzeige oder im Chat der App starten
- Erhalt erst bestätigen, wenn alles in Ordnung ist
- Probleme vor der Bestätigung melden
- Als Verkäufer die IBAN nur bei der Anzeigenaufgabe in der App hinterlegen
Unsicher bei einer konkreten Anzeige oder einem Chat?
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Schon passiert? Die ersten Schritte
- Sofort deine Bank anrufen und versuchen, die Überweisung zurückzuholen. Je schneller, desto besser die Chance.
- Bei PayPal-Zahlungen mit Käuferschutz sofort einen Konflikt melden.
- Wenn Kartendaten oder Zugangsdaten eingegeben wurden: Karte sperren lassen (Sperr-Notruf 116 116) und Passwörter ändern.
- Anzeige bei der Polizei erstatten, in vielen Bundesländern online über die Internetwache. Chatverlauf, Anzeige und Zahlungsbelege als Screenshots sichern.
- Anzeige und Nutzer in der Kleinanzeigen-App melden, damit andere geschützt werden.
Ausführliche Hilfe und Vorlage für die Strafanzeige
Häufige Fragen
Was kostet „Sicher bezahlen“?
Laut Kleinanzeigen-Hilfe zahlt der Käufer derzeit 0,50 Euro plus 4,5 Prozent des Kaufpreises, dazu die Versandkosten (Stand September 2026). Für Verkäufer ist der Dienst kostenlos.
Wann bekommt der Verkäufer sein Geld?
Sobald der Käufer den Erhalt bestätigt. Reagiert er nicht, wird die Transaktion zehn Tage nach dem Versand automatisch abgeschlossen. Die Überweisung aufs Bankkonto dauert dann in der Regel ein bis drei Werktage.
Kann ich „Sicher bezahlen“ bei Abholung nutzen?
Nein, es ist für den Versand innerhalb Deutschlands gedacht. Bei Abholung zahlst du vor Ort, nachdem du die Ware gesehen hast.
Was deckt der Käuferschutz ab?
Laut Kleinanzeigen unter anderem nicht versendete Artikel, erhebliche Abweichungen von der Beschreibung, Fälschungen sowie falsche oder unvollständige Lieferungen.
Schickt Kleinanzeigen Links oder QR-Codes für Zahlungen?
Nein. Laut Kleinanzeigen-Hilfe läuft alles im Nachrichtenverlauf der App. Zahlungsaufforderungen per QR-Code, SMS oder E-Mail kommen nicht von der Plattform.
Quellen und weiterführende Informationen
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