Kostenlos · ohne Anmeldung
Link prüfen: Ist dieser Link echt oder Betrug?
Füge einen Link oder die ganze Nachricht ein. Du siehst sofort, ob die Adresse zu Kleinanzeigen, PayPal oder einem Paketdienst gehört oder nur so tut, wohin ein Kurzlink wirklich führt und wie alt die Domain ist. Auf Wunsch untersuchen wir auch, was die Seite von dir will.
Von der KAcheck-Redaktion · Aktualisiert am · 7 Min. Lesezeit
Fast jede Betrugsmasche im Netz führt irgendwann über einen Link. Der angebliche Käufer auf Kleinanzeigen schickt eine Seite, auf der du dein Geld „empfangen“ sollst. Die Paket-SMS verlinkt auf eine Seite für Zollgebühren. Ein Bekannter bittet auf WhatsApp, kurz für die Tochter von Freunden abzustimmen. Hinter all dem steckt dieselbe Idee: Du sollst eine Seite öffnen, die echt aussieht, und dort etwas eingeben, das den Tätern Geld oder Zugang verschafft.
Die gute Nachricht ist, dass sich viele gefälschte Links schon an ihrer Adresse erkennen lassen, bevor man sie öffnet. Genau das macht der Link-Check oben. Hier erklären wir, worauf er achtet, damit du es beim nächsten Mal auch ohne Werkzeug siehst.
So liest du eine Internetadresse
Eine Adresse besteht aus mehreren Teilen, und nur einer davon verrät, wem die Seite gehört. Nehmen wir diesen Link:
Bei einer echten Adresse steht der Markenname genau an dieser Stelle: bei kleinanzeigen.de, paypal.com oder dhl.de. Davor darf etwas stehen, wenn ein Punkt folgt, etwa www.kleinanzeigen.de oder hilfe.kleinanzeigen.de. Was nach dem Schrägstrich kommt, also der Pfad, spielt für die Frage „Wem gehört die Seite?“ keine Rolle.
Der Link-Check hebt deshalb bei jeder Adresse diesen entscheidenden Teil hervor. Wer sich das einmal angewöhnt hat, erkennt die meisten Fälschungen in Sekunden.
Die häufigsten Tricks bei gefälschten Links
Der Markenname steht vorn. Die Adresse beginnt mit kleinanzeigen, paypal oder dhl, die eigentliche Domain folgt erst danach. Weil wir von links nach rechts lesen, bleibt der Blick am bekannten Namen hängen.
Wörter mit Bindestrichen. Adressen wie kleinanzeigen-zahlung-sicher.click oder dhl-paket-zustellung.top wirken offiziell, weil sie beschreiben, worum es angeblich geht. Echte Unternehmen nutzen ihre kurze Hauptdomain.
Tippfehler und Ziffern. Aus kleinanzeigen wird kleinanze1gen oder kleinanzeigem, aus paypal wird paypa1. Auf dem Handy und in kleiner Schrift fällt das kaum auf.
Ungewöhnliche Endungen. Endungen wie .click, .top, .xyz oder .icu kosten wenig und tauchen in Betrugsfällen besonders häufig auf. Sie sind nicht automatisch unseriös, aber bei einer angeblichen Zahlungsseite ein deutliches Signal.
Das @-Zeichen. In einer Adresse wie https://www.kleinanzeigen.de@beispiel.xyz ist alles vor dem @ Tarnung. Der Browser öffnet die Seite dahinter.
Sonderzeichen. Manche Domains enthalten Buchstaben aus anderen Alphabeten, die wie lateinische aussehen. Technisch erkennt man sie an einem xn-- in der Adresse.
Kurzlinks und QR-Codes. Beide verstecken, wohin sie führen. Dazu gleich mehr.
Kurzlinks: Wohin führt bit.ly wirklich?
Kurzlinks wie bit.ly, tinyurl.com oder t.ly sind praktisch, weil sie lange Adressen kürzen. Sie verbergen aber das Ziel, und genau deshalb sind sie bei Betrügern beliebt. Wer einen Kurzlink öffnet, landet dort, wo der Ersteller es will.
Der Link-Check löst Kurzlinks für dich auf. Unser Server fragt dafür nur den Kurzlink-Dienst, wohin der Link weiterleitet. Die Zielseite selbst öffnen wir nicht. Dann bewerten wir das Ziel genauso wie jeden anderen Link. Lässt sich das Ziel nicht ermitteln, etwa weil der Dienst nicht antwortet oder der Link gelöscht wurde, solltest du ihn nicht öffnen.
Für QR-Codes gilt eine einfache Regel: Hat der Code mit einer Zahlung zu tun, scannst du ihn nicht. Viele Kamera-Apps zeigen die Adresse an, bevor sie sie öffnen. Du kannst sie dann abschreiben und hier prüfen. Mehr dazu im Ratgeber zum QR-Code-Betrug.
Warum das Alter einer Domain so viel verrät
Betrugsseiten leben kurz. Sobald eine Adresse gemeldet und gesperrt wird, registrieren die Täter die nächste. Viele Phishing-Domains sind deshalb erst wenige Tage alt, wenn sie verschickt werden. Eine Bank, ein Paketdienst oder ein großer Marktplatz nutzt dagegen seit Jahren dieselbe Adresse.
Der Link-Check fragt deshalb bei der zuständigen Registrierungsstelle ab, wann eine Domain angelegt wurde. Dafür nutzen wir das öffentliche Verfahren RDAP, über das die Registries solche Daten bereitstellen. Ist eine Domain jünger als drei Monate, weisen wir darauf hin. Nicht jede Registry veröffentlicht das Datum. Für .de-Domains etwa ist es nicht öffentlich, dann fehlt der Hinweis einfach.
Was hinter der Seite steckt: die genaue Untersuchung
Die Adresse verrät viel, aber nicht alles. Deshalb kannst du bei jedem Link, der nicht zu einem bekannten Anbieter gehört, auf „Seite genauer untersuchen“ tippen. Dann ruft unser Server die Seite einmal auf und liest sie, ohne ihre Skripte auszuführen und ohne Angaben zu dir mitzuschicken. Dein Gerät bleibt dabei außen vor.
Wir schauen vor allem darauf, was die Seite von dir will. Fragt sie nach Telefonnummer und Bestätigungscode, nach Kartennummer und Prüfziffer, nach einem Passwort oder nach Bankdaten? Gibt sie sich als Kleinanzeigen, PayPal, ein Paketdienst oder WhatsApp aus, obwohl die Domain nicht dazugehört? Schickt sie eingegebene Daten an einen Telegram-Bot, wie es viele Phishing-Baukästen tun? Bietet sie eine App-Datei zum Herunterladen an? Aus diesen Merkmalen entsteht eine kurze Einschätzung, etwa: „Die Seite verlangt Telefonnummer und Bestätigungscode. Das ist das typische Vorgehen, um WhatsApp-Konten zu übernehmen.“
Zusätzlich gleichen wir jede Domain mit einer öffentlichen Liste aktiver Phishing-Seiten ab, der frei verfügbaren Phishing.Database. Steht eine Domain dort, sagen wir es dir sofort.
Maschen, die der Link-Check am Text erkennt
Oft verrät schon die Nachricht, worum es geht. Deshalb kannst du den ganzen Text einfügen, nicht nur den Link. Der Link-Check erkennt unter anderem diese bekannten Muster:
Diese Nachricht kommt oft von einem echten Kontakt, dessen Konto bereits übernommen wurde. Auf der Seite sollst du deine Telefonnummer und einen Bestätigungscode eingeben, angeblich damit deine Stimme zählt. Mit diesem Code melden die Täter dein WhatsApp-Konto auf ihrem Gerät an und schreiben dann deine Kontakte an, oft mit einer dringenden Bitte um Geld. Die Polizeiliche Kriminalprävention warnt ausdrücklich vor dieser Masche. Für eine echte Abstimmung brauchst du nie einen Code.
Weitere Muster, auf die der Link-Check achtet:
- die Aufforderung, eine Zahlung zu bestätigen oder Geld zu empfangen, typisch für Phishing gegen Verkäufer,
- die Frage nach Kartendaten oder nach einem Code aus einer SMS,
- angebliche Paketnachrichten über Zollgebühren, eine falsche Adresse oder einen gescheiterten Zustellversuch,
- die „Hallo Mama“-Nachricht von einer angeblich neuen Nummer,
- Zeitdruck wie „sofort“, „verfällt heute“ oder „letzte Chance“.
Was der Link-Check nicht kann
Der Link-Check bewertet die Adresse und den Text, auf Wunsch auch den Inhalt der Seite. Was eine Seite echten Besuchern zeigt, kann er aber nicht in jedem Fall sehen. Daraus ergeben sich Grenzen, die du kennen solltest.
Eine ganz neue Betrugsdomain ohne auffälligen Namen kann als „Fremde Seite“ durchgehen. Umgekehrt ist nicht jede fremde Seite gefährlich. Auch echte Adressen lassen sich missbrauchen. Ein Betrüger kann dir zum Beispiel über die echte PayPal-Seite eine Zahlungsanforderung schicken. Die Adresse ist dann echt, aber wer bestätigt, bezahlt den Betrüger. Das Ergebnis ist deshalb eine Einschätzung ohne Gewähr, keine Garantie.
Die sicherste Regel bleibt unabhängig vom Ergebnis: Geht es um Geld, Kontodaten oder Codes, öffnest du die App oder Seite des Anbieters selbst und nicht über einen Link, den dir jemand geschickt hat.
Wenn du schon geklickt hast
Nur geklickt und nichts eingegeben? Dann ist in den meisten Fällen nichts passiert. Schließ die Seite, lösche die Nachricht und melde den Absender.
Hast du Daten eingegeben, kommt es auf die Daten an. Bei Kartendaten lässt du die Karte über deine Bank oder den Sperr-Notruf 116 116 sperren. Bei Zugangsdaten änderst du sofort das Passwort und meldest dich überall ab. Hast du einen Code weitergegeben, meldest du dich beim betroffenen Dienst neu an und schaltest die Zwei-Faktor-Anmeldung ein, bei WhatsApp die Verifizierung in zwei Schritten. Hast du eine App oder Datei heruntergeladen, lösch sie und lass das Gerät prüfen. In jedem Fall hilft eine Anzeige bei der Polizei, und auf der Seite Betrogen? findest du die nächsten Schritte.
Warum der Link-Check kostenlos ist
Gefälschte Links treffen alle, nicht nur Nutzer von Kleinanzeigen. Deshalb bieten wir den Link-Check ohne Anmeldung und ohne Kosten an. Wer eine ganze Anzeige oder einen Chat prüfen will, mit Profil, Preis und Bildern, kann das mit dem Anzeigen-Check tun. Ein Schnellcheck pro Tag ist dort ebenfalls kostenlos.
Häufige Fragen
Ist der Link-Check wirklich kostenlos?
Ja. Du brauchst kein Konto, und es entstehen keine Kosten. Zum Schutz vor Missbrauch gibt es nur eine großzügige Grenze für sehr viele Anfragen in kurzer Zeit.
Öffnet ihr den Link?
Beim normalen Check nicht. Die Adresse bewerten wir in deinem Browser, unser Server fragt nur den Kurzlink-Dienst nach dem Ziel und die Registrierungsstelle nach dem Alter der Domain. Nur wenn du „Seite genauer untersuchen“ wählst, ruft unser Server die Seite einmal auf, ohne Skripte auszuführen und ohne Angaben zu dir.
Was prüft „Seite genauer untersuchen“?
Wir lesen die Seite und schauen, wonach sie fragt: Telefonnummer, Bestätigungscode, Kartendaten, Passwort oder Bankdaten. Wir erkennen, ob sie sich als Kleinanzeigen, PayPal, ein Paketdienst oder WhatsApp ausgibt, ob Eingaben an einen Telegram-Bot gehen und ob sie eine App-Datei anbietet. Außerdem gleichen wir die Domain mit einer öffentlichen Liste bekannter Phishing-Seiten ab.
Warum zeigt die Untersuchung manchmal „Unklar“?
Manche Seiten laden ihren Inhalt erst per JavaScript oder zeigen automatischen Abrufen etwas anderes als echten Besuchern. Dann können wir nicht sicher sagen, was echte Besucher sehen. Ein „Unklar“ bei einem ohnehin verdächtigen Link heißt: nicht öffnen.
Speichert ihr meine Nachricht?
Nein. Der Text bleibt in deinem Browser. An unseren Server gehen nur die gefundenen Domains, bei Kurzlinks der Kurzlink und bei „Seite genauer untersuchen“ der Link selbst. Gespeichert wird davon nichts.
Was bedeutet „Fremde Seite“?
Die Adresse gehört nicht zu Kleinanzeigen und hat keine typischen Merkmale einer Fälschung. Das ist nicht automatisch gefährlich. Für eine Zahlung oder Bestätigung auf Kleinanzeigen musst du aber nie eine fremde Seite öffnen.
Kann ein echter Link trotzdem gefährlich sein?
Ja. Betrüger können echte Dienste missbrauchen, zum Beispiel mit einer Zahlungsanforderung über die echte PayPal-Seite. Wer sie bestätigt, bezahlt den Betrüger. Achte deshalb immer darauf, was du auf einer Seite bestätigen sollst.
Wie prüfe ich einen QR-Code?
Hat der Code mit einer Zahlung zu tun, scanne ihn nicht. Viele Kamera-Apps zeigen die Adresse an, bevor sie sie öffnen. Du kannst sie abschreiben und hier einfügen.
Warum steht bei manchen Domains kein Registrierungsdatum?
Nicht jede Registrierungsstelle veröffentlicht das Datum. Bei .de-Domains ist es zum Beispiel nicht öffentlich. Dann fehlt dieser Hinweis, die übrige Prüfung läuft trotzdem.
Wie zuverlässig ist das Ergebnis?
Der Link-Check erkennt typische Fälschungen zuverlässig, sieht aber den Inhalt einer Seite nicht. Das Ergebnis ist eine Einschätzung ohne Gewähr. Geht es um Geld oder Zugangsdaten, öffne die App des Anbieters immer selbst.
Quellen und weiterführende Informationen
- Polizeiliche Kriminalprävention: Fake-Abstimmung, so übernehmen Betrüger WhatsApp-Accounts
- Kleinanzeigen-Hilfe: Phishing mit QR-Codes
- Kleinanzeigen-Hilfe: Phishing erkennen und vermeiden
- BSI: Passwortdiebstahl durch Phishing
- Verbraucherzentrale Niedersachsen: Verbraucherin verliert fast 5.000 Euro durch gefälschten QR-Code
- Phishing.Database: öffentliche Liste aktiver Phishing-Domains (MIT-Lizenz)
Du willst eine ganze Anzeige oder einen Chat prüfen?
Der Anzeigen-Check bewertet Profil, Preis, Zahlungsweg, Chat und im Profi-Check alle Bilder. Ein Schnellcheck pro Tag ist gratis.
Anzeige prüfen