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QR-Code-Betrug auf Kleinanzeigen: Wenn der Käufer einen Code schickt

Von der KAcheck-Redaktion · Aktualisiert am · 4 Min. Lesezeit

Kurz gesagt: Beim QR-Code-Betrug, auch Quishing genannt, schickt ein angeblicher Käufer einen QR-Code, über den du eine Zahlung bestätigen oder empfangen sollst. Der Code führt auf eine gefälschte Bezahlseite, die Kartendaten oder Bankzugänge abfragt. Kleinanzeigen verschickt keine Zahlungsaufforderungen per QR-Code, SMS oder E-Mail. Einen Code, den dir ein Käufer schickt, scannst du deshalb nie.

QR-Codes kennt jeder von der Speisekarte im Restaurant oder vom Parkautomaten. Man hält die Kamera drauf, tippt auf den Link und ist da. Genau diese Selbstverständlichkeit machen sich Betrüger auf Kleinanzeigen zunutze. Sie schicken Verkäufern einen QR-Code, angeblich um eine Zahlung zu bestätigen, und leiten sie damit auf eine gefälschte Bezahlseite. Fachleute nennen das Quishing, eine Mischung aus QR-Code und Phishing.

Das Europäische Verbraucherzentrum Deutschland hat im Oktober 2025 vor der Masche gewarnt und dabei Kleinanzeigen und Vinted ausdrücklich genannt. Wie teuer ein einziger Scan werden kann, zeigt ein Fall, den die Verbraucherzentrale Niedersachsen beschrieben hat: Eine Verkäuferin verlor nach dem Scannen eines solchen Codes knapp 5.000 Euro.

So läuft die Masche ab

Am Anfang steht ein ganz normaler Kontakt. Ein Interessent schreibt auf eine Anzeige, zeigt Kaufbereitschaft und will meistens Versand. Dann kommt der entscheidende Schritt: Er möchte das Gespräch aus der App heraus verlagern und bittet um deine Telefonnummer oder E-Mail-Adresse. Dort schickt er dir eine scheinbar offizielle Anleitung mit einem QR-Code, oft zusammen mit dem Foto einer angeblichen Zahlungsbestätigung.

So klingt es häufig
Käufer
Ich habe über „Sicher bezahlen“ bezahlt. Du hast eine Anleitung per E-Mail bekommen.
Käufer
Scanne einfach den QR-Code in der Mail, dann wird das Geld auf dein Konto gebucht. Das ist das neue Verfahren von Kleinanzeigen.
Du
Muss ich dafür etwas eingeben?
Käufer
Nur deine Kartendaten zur Bestätigung, das ist Standard. Bitte heute noch, sonst wird die Zahlung storniert.

Die Seite hinter dem Code sieht aus wie Kleinanzeigen oder ein bekannter Zahlungsdienst. Sie fragt nach Kartendaten, nach dem Login für das Online-Banking oder nach einem Bestätigungscode. Manchmal meldet sich dort sogar ein angeblicher Support, der beim Ausfüllen „hilft“. Mit den Daten buchen die Täter von deinem Konto ab, häufig mehrfach hintereinander, solange du noch glaubst, auf eine Gutschrift zu warten.

Warum der QR-Code so gut funktioniert

Bei einem Link sieht man die Adresse, bevor man klickt, zumindest wenn man genau hinschaut. Bei einem QR-Code nicht. Die Kamera zeigt die Adresse nur kurz und oft gekürzt an, und viele tippen einfach drauf. Außerdem wirkt ein QR-Code technischer und damit offizieller als ein Link in einer Chatnachricht.

Dazu kommt ein Gefühl von Routine. Viele Menschen haben erst ein paar Mal mit „Sicher bezahlen“ verkauft und wissen nicht genau, wie die Auszahlung abläuft. Eine Anleitung mit Logo, Schritt-für-Schritt-Hinweisen und einer Frist füllt diese Lücke. Der Zeitdruck erledigt den Rest.

Was Kleinanzeigen selbst dazu sagt

Die Plattform ist in dieser Frage eindeutig. In der Kleinanzeigen-Hilfe heißt es, dass bei „Sicher bezahlen“ alles direkt im Nachrichtenverlauf der App stattfindet. Kleinanzeigen verschickt keine Zahlungsaufforderungen per QR-Code, SMS oder E-Mail, und als Verkäufer musst du nie einen externen QR-Code scannen, um einen Verkauf abzuschließen.

Daraus folgt die wichtigste Regel dieses Ratgebers: Einen QR-Code, den dir ein Käufer im Zusammenhang mit einer Zahlung schickt, scannst du nicht. Es gibt keinen legitimen Grund dafür.

Woran du die Masche erkennst, auch wenn sie sich ändert

Die Details wechseln ständig. Mal ist es ein Kurierdienst, der angeblich bezahlt hat, mal eine Versicherung, mal eine neue Funktion der Plattform. Die Bausteine bleiben aber gleich:

Ein einziges dieser Signale reicht, um das Gespräch zu beenden.

Und wenn du schon gescannt hast?

Das Scannen allein ist meist noch nicht das Problem. Gefährlich wird es, wenn du auf der Seite Daten eingibst oder in deiner Banking-App eine Zahlung freigibst. Hast du nur gescannt und die Seite wieder geschlossen, reicht es, den Chat zu melden und den Kontakt abzubrechen.

Hast du Daten eingegeben, handle sofort:

  1. Lass deine Karte über die Bank oder den Sperr-Notruf 116 116 sperren. Hast du Zugangsdaten zum Online-Banking eingegeben, lass auch den Zugang sperren.
  2. Prüfe deine Umsätze und widersprich jeder Buchung, die du nicht selbst veranlasst hast, bei deiner Bank. Frag dort auch nach einer Rückbuchung über die Kartengesellschaft.
  3. Ändere Passwörter, die du auf der Seite eingegeben hast, und schalte, wo möglich, die Zwei-Faktor-Anmeldung ein.
  4. Mach Screenshots von Chat, Anleitung und Webseite und erstatte Anzeige bei der Polizei.
  5. Melde das Profil des Käufers in der Kleinanzeigen-App.

So verkaufst du ohne dieses Risiko

Bleib mit Käufern im Chat der Plattform, bis das Geschäft abgeschlossen ist. Prüfe Zahlungseingänge nur in der Kleinanzeigen-App oder in deinem eigenen Online-Banking, das du selbst aufrufst. Bei Abholung nimmst du Bargeld oder eine Echtzeitüberweisung entgegen, die du auf deinem Konto sehen kannst, bevor die Ware den Besitzer wechselt.

Wer so verkauft, braucht keinen QR-Code, keinen Link und keine Anleitung von außen. Und wer dir trotzdem eine schickt, hat sich damit selbst verraten.

Was KAcheck prüft

Im Verkäufer-Check von KAcheck fügst du den Chat mit dem Käufer ein, auch als Screenshot. Wir erkennen Aufforderungen, einen Code zu scannen, einen Link zur Zahlungsbestätigung zu öffnen oder Kartendaten einzugeben, und markieren nachgemachte Kleinanzeigen-Adressen. Den Inhalt eines QR-Codes aus einem Bild lesen wir nicht aus. Die Bitte, ihn zu scannen, reicht aber als Warnsignal. Zeigt deine Kamera-App die Adresse hinter einem Code an, bevor sie sie öffnet, kannst du sie im kostenlosen Link-Check prüfen.

Warnzeichen auf einen Blick

So schützt du dich

Unsicher bei einer konkreten Anzeige oder einem Chat?

KAcheck prüft Account-Alter, Preis, Zahlungsweg, Links und Bilder in Sekunden. Ein Schnellcheck pro Tag ist gratis.

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Schon passiert? Die ersten Schritte

  1. Sofort deine Bank anrufen und versuchen, die Überweisung zurückzuholen. Je schneller, desto besser die Chance.
  2. Bei PayPal-Zahlungen mit Käuferschutz sofort einen Konflikt melden.
  3. Wenn Kartendaten oder Zugangsdaten eingegeben wurden: Karte sperren lassen (Sperr-Notruf 116 116) und Passwörter ändern.
  4. Anzeige bei der Polizei erstatten, in vielen Bundesländern online über die Internetwache. Chatverlauf, Anzeige und Zahlungsbelege als Screenshots sichern.
  5. Anzeige und Nutzer in der Kleinanzeigen-App melden, damit andere geschützt werden.

Ausführliche Hilfe und Vorlage für die Strafanzeige

Häufige Fragen

Ist das Scannen allein schon gefährlich?

Meist nicht. Gefährlich wird es, wenn du auf der Seite Daten eingibst, etwas herunterlädst oder eine Zahlung freigibst. Hast du nur gescannt, schließ die Seite und melde den Chat.

Was bedeutet Quishing?

Quishing ist Phishing mit QR-Codes. Statt eines Links bekommst du einen Code, hinter dem sich eine gefälschte Seite verbirgt. Die Adresse ist vor dem Scannen nicht zu sehen.

Wie viel Geld kann verloren gehen?

Das hängt davon ab, welche Daten eingegeben wurden. Die Verbraucherzentrale Niedersachsen berichtete von einer Verkäuferin, bei der nach einem gescannten QR-Code knapp 5.000 Euro abgebucht wurden.

Nutzt Kleinanzeigen überhaupt QR-Codes für Zahlungen?

Laut Kleinanzeigen-Hilfe läuft „Sicher bezahlen“ vollständig im Nachrichtenverlauf der App. Einen externen QR-Code musst du als Verkäufer nie scannen.

Quellen und weiterführende Informationen

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Dieser Ratgeber ersetzt keine Rechtsberatung. KAcheck ist unabhängig und nicht mit kleinanzeigen.de verbunden.