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Falschgeld bei Abholung: So prüfst du Bargeld beim Verkauf

Von der KAcheck-Redaktion · Aktualisiert am · 4 Min. Lesezeit

Kurz gesagt: Barzahlung bei Abholung ist für Verkäufer meist sicher, aber bei teuren Artikeln kommt Falschgeld vor, oft bei Übergaben im Dunkeln und unter Zeitdruck. Prüfe jeden Schein nach der Methode der Bundesbank: fühlen, gegen das Licht sehen, kippen. Bei hohen Beträgen ist eine Echtzeitüberweisung vor Ort oder eine Übergabe in der Bankfiliale sicherer.

Barzahlung bei Abholung gilt als die sicherste Art, auf Kleinanzeigen zu verkaufen. Für Verkäufer stimmt das auch fast immer. Einen Haken gibt es aber: Du musst sicher sein, dass die Scheine echt sind. Wer abends im Hausflur zwölf Fünfziger in die Hand gedrückt bekommt, zählt meist nur nach und prüft nicht jeden Schein.

Falschgeld ist bei Privatverkäufen kein Massenphänomen, aber bei teuren Artikeln wie Smartphones, Laptops oder Fahrrädern ein echtes Risiko. Und der Schaden trifft allein den Verkäufer. Für Falschgeld gibt es keinen Ersatz.

Wie der Trick abläuft

Die Täter wählen Artikel, die sich gut weiterverkaufen lassen, und vereinbaren eine Abholung. Oft kommen sie spät, wenn es dunkel ist, oder schlagen einen Treffpunkt draußen vor. Bezahlt wird mit vielen Scheinen, damit das Zählen allein schon Zeit kostet. Manchmal wird der Verkäufer abgelenkt, durch eine zweite Person, durch Fragen zur Ware oder durch Eile, weil angeblich jemand im Auto wartet.

Die Vorbereitung klingt harmlos
Käufer
Ich nehme das Handy für 650. Kann ich heute um 21 Uhr kommen? Früher schaffe ich es leider nicht. Ich zahle bar.
Du
Klar. Kannst du auch per Echtzeitüberweisung vor Ort zahlen?
Käufer
Nein, ich habe nur Bargeld dabei, das ist doch das Sicherste für dich.

Eine Variante ist der Wechselgeld-Trick. Der Käufer zahlt mit einem großen Schein und bekommt echtes Wechselgeld zurück. Ist der große Schein falsch, verlierst du die Ware und obendrein das Wechselgeld.

Wie du echtes Geld erkennst

Die Deutsche Bundesbank empfiehlt eine einfache Prüfung in drei Schritten, die ohne Hilfsmittel funktioniert: Fühlen, Sehen, Kippen.

Fühlen. Echtes Banknotenpapier besteht aus Baumwolle und fühlt sich griffig und fest an, nicht glatt oder weich wie normales Papier. Auf der Vorderseite ertastest du am linken und rechten Rand kurze erhabene Linien, dazu ein Relief beim Hauptmotiv, bei der Schrift und bei der großen Wertzahl.

Sehen. Halte den Schein gegen das Licht. Dann werden das Wasserzeichen, der Sicherheitsfaden und bei den neueren Scheinen das Porträtfenster im Hologramm sichtbar, in dem ein Porträt der mythologischen Figur Europa erscheint.

Kippen. Kippst du den Schein, zeigt das silberne Hologramm auf der Vorderseite wechselnde Motive, darunter das Porträt der Europa, das Euro-Zeichen und die Wertzahl. Bei den Scheinen der aktuellen Europa-Serie ändert außerdem die glänzende Wertzahl unten links beim Kippen ihre Farbe.

Mach diese Prüfung bei jedem Schein, auch wenn es dem Käufer zu lange dauert. Ein ehrlicher Käufer hat dafür Verständnis. Prüfstifte aus dem Handel gelten als unzuverlässig und ersetzen die Prüfung mit den Sinnen nicht.

So verkaufst du ohne dieses Risiko

Die einfachste Lösung für größere Beträge ist die Echtzeitüberweisung vor Ort. Der Käufer überweist in deiner Anwesenheit, und du übergibst die Ware erst, wenn das Geld in deiner eigenen Banking-App angekommen ist. Das dauert in der Regel nur Sekunden. Achte darauf, dass du wirklich in deinem Konto nachsiehst und nicht auf einen Screenshot oder das Display des Käufers schaust.

Wenn du lieber Bargeld nimmst, verabrede die Übergabe bei Tageslicht und an einem Ort, an dem du in Ruhe zählen und prüfen kannst. Bei hohen Beträgen ist eine Bankfiliale ideal. Dort kannst du das Geld direkt einzahlen, und die Bank prüft es für dich.

Zähle das Geld vor dem Käufer und lass dich nicht ablenken. Übergib die Ware erst, wenn du fertig bist.

Wenn du Falschgeld bekommen hast

Wer Falschgeld erhalten hat, darf es nicht weitergeben. Das wäre selbst strafbar, auch wenn du es gutgläubig angenommen hast. Bring verdächtige Scheine zur Polizei oder zu deiner Bank und melde, wie du sie bekommen hast. Einen Ersatz für falsche Scheine gibt es nicht.

Erstatte Anzeige und sichere den Chat mit dem Käufer, das Profil und alle Angaben, die du hast, etwa ein Autokennzeichen. Melde das Profil zusätzlich bei Kleinanzeigen.

Die Sicherheit bei der Übergabe insgesamt

Falschgeld ist nicht das einzige Risiko bei einer Übergabe gegen Bargeld. Gerade bei teuren Artikeln raten viele, nicht allein zu sein und die Übergabe nicht spät abends an abgelegenen Orten zu machen. Wer ein teures Smartphone verkauft, kann den Käufer zum Beispiel in ein Café oder in eine Bankfiliale bitten. Ein seriöser Käufer hat damit kein Problem.

Was KAcheck erkennt

Falschgeld kann KAcheck natürlich nicht erkennen. Im Verkäufer-Check prüfen wir aber, wie alt das Käuferkonto ist und ob sich im Chat andere Warnsignale zeigen. Das hilft dir zu entscheiden, wie vorsichtig du bei der Übergabe sein solltest.

Warnzeichen auf einen Blick

So schützt du dich

Unsicher bei einer konkreten Anzeige oder einem Chat?

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Schon passiert? Die ersten Schritte

  1. Sofort deine Bank anrufen und versuchen, die Überweisung zurückzuholen. Je schneller, desto besser die Chance.
  2. Bei PayPal-Zahlungen mit Käuferschutz sofort einen Konflikt melden.
  3. Wenn Kartendaten oder Zugangsdaten eingegeben wurden: Karte sperren lassen (Sperr-Notruf 116 116) und Passwörter ändern.
  4. Anzeige bei der Polizei erstatten, in vielen Bundesländern online über die Internetwache. Chatverlauf, Anzeige und Zahlungsbelege als Screenshots sichern.
  5. Anzeige und Nutzer in der Kleinanzeigen-App melden, damit andere geschützt werden.

Ausführliche Hilfe und Vorlage für die Strafanzeige

Häufige Fragen

Bekomme ich Ersatz für Falschgeld?

Nein. Für falsche Scheine gibt es keinen Ersatz. Gib sie bei der Polizei oder deiner Bank ab und erstatte Anzeige.

Darf ich Falschgeld weitergeben, wenn ich es selbst bekommen habe?

Nein. Wer erkanntes Falschgeld weitergibt, macht sich strafbar, auch wenn er es selbst gutgläubig angenommen hat.

Sind Prüfstifte zuverlässig?

Sie gelten als unzuverlässig. Die Bundesbank empfiehlt die Prüfung mit den Sinnen: fühlen, sehen, kippen.

Ist eine Echtzeitüberweisung vor Ort sicher?

Ja, wenn du den Eingang in deiner eigenen Banking-App siehst, bevor du die Ware übergibst. Ein Screenshot oder das Display des Käufers reichen nicht.

Quellen und weiterführende Informationen

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Dieser Ratgeber ersetzt keine Rechtsberatung. KAcheck ist unabhängig und nicht mit kleinanzeigen.de verbunden.